XOVILICHTER-OMS


Die Skandale der deutschen Nationalelf ohne Einwirken der Xovilichter

Nachdem die Weltmeisterschaft mit einigen aufregenden Spielen bereits begonnen hat und sich unsere Experten die Finger wund schreiben, berichten wir euch an dieser Stelle etwas über  Skandale der Vergangenheit – leider ohne Xovilichter. Denn diese mysteriösen Gestalten tauchten zu jenen Zeiten noch nicht an diesen Stellen auf und so konnten die Spieler und Fans noch für ihre eigenen Schlagzeilen sorgen.

Wir alle kennen sie, die berühmt berüchtigten Skandale, die sich um unsere Nationalmannschaft wanken und ranken. Was wäre die Presse auch ohne diese Kleinigkeiten, die soweit aufgeputscht werden, dass daraus Skandale werden, die für die Ewigkeit reichen? Wie etwa Jogi Löws Raserei und der folgende Führerscheinentzug oder gar Großkreutz Ausrutscher vor dem Start der WM in Brasilien? Für euch haben wir deswegen unsere Spürhunde auf die Jagd geschickt und die größten WM-Skandale der einzelnen Weltmeisterschaften zusammen gesucht!

Wie etwa zur Weltmeisterschaft 1934 – der ersten für die deutsche Nationalelf wohlgemerkt! Noch relativ ruhig ging es hier los, Neuz hatte die Jungs gut im Griff und sorgte mit Konditionstraining dafür die Spieler aus der Versenkung zu holen. Zwar ging er dabei hart heran, aber das waren unsere Jungs gewöhnt. Nach dem 5:2 Sieg über Belgien im Achtelfinale jedoch kam es zum ersten großen Eklat zwischen Spieler und Trainer. Der damalige Bayern-Spieler Sigi Haringer genehmigte sich nach dem Sieg eine Apfelsine und wurde prompt wegen mangelnder Disziplin nach Hause geschickt. Zuvor hatte der Trainer nämlich den Verzehr dieser Früchte während der Weltmeisterschaft strengstens untersagt.

Von Tomaten und Doping

bern-wunder-xovilichterVier Jahre später beginnt der Skandal bereits schon vor der WM. Bundestrainer Sepp Herberger wird von der herrschenden NS-Regierung dazu genötigt binnen kürzester Zeit fünf österreichische Spieler in seine „großdeutsche Elf“ zu integrieren. In Frankreich kommt es auf dem Platz schließlich zu abneigenden Haltungen gegenüber unserem Team, seitens der Zuschauer, welche neben Tomaten und Eiern auch Flaschen nach den Spielern warfen. In eben diesem Jahr – ob nun wegen der schnellen Neuzusammensetzung oder nicht – schieden die Deutschen bereits schon gegen die Schweiz im Achtelfinale aus.

Das Wunder von Bern. Jeder hat sicherlich von dem grandiosen Ereignis gehört bei welchem unsere Jungs den ersten Weltmeisterschaftssieg mit nach Hause genommen haben. Von Skandalen weit und breit nicht die Spur, wären da nicht böse Zungen, die auch hier den Titelgewinn 1954 in der Schweiz abstreiten wollen. Laut einem Bericht soll der Masseur Erich Deuser mehreren Spielern das Aufputschmittel Pervitin gespritzt haben. Bewiesen wurde allerdings nichts und der Mann mit den ‚heilenden Händen‘ blieb noch bis die 80er-Jahre beim DFB-Team, um die Spieler zu behandeln.

Provokation führte zu einem großem Eklat

Bei der Weltmeisterschaft in Schweden hatte es unsere Mannschaft schon vornherein nicht leicht. Im Spiel gegen die schwedischen Gastgeber, wurde bereits schon vor dem Spiel die Stimmung gegen Deutschland eingeheizt. Die Atmosphäre blieb angespannt und bei einem Stand von 1:1 ließ sich Erich Juskowiak nach mehreren Provokationen eines schwedischen Spielers dazu hinreißen, ein Revanchefoul einzugehen und flog prompt vom Platz. Das Spiel verlor unsere Mannschaft mit einem 1:3 und entfachte auch anschließend noch Hitzige Worte und Diskussionen, bei welcher DFB-Präsident Peco Bauwens eigens erklärte, nie wieder gegen Schweden anzutreten oder gar in diesem Land noch einmal Fuß zu fassen.

Das wohl brisanteste Thema in der folgenden WM geschah innerhalb der eigenen Mannschaft: der berühmte „Torhüter-Streit“. Am Abend vor dem ersten Spiel erhielt Stammtorwart Hans Tilkowski die Nachricht, dass statt ihm der 20-jährige Wolfgang Fahrian im Tor stehen würde. Sofort reagierte er mit Frust und erklärte, nie wieder für Deutschland spielen zu wollen. Eine voreilige Abreise wurde ihm allerdings verwehrt, während der junge Torwart mehr und mehr zur Nummer eins der Weltmeisterschaft avanciert.

Streit um die Schuhwerke

Der Skandal schlechthin ereignete sich schließlich im Finale 1966 im Londoner Wembley Stadion. Geoffrey Hurst erhält eine Möglichkeit auf ein Tür, der Ball trifft aber nur die Unterkante der Katte und prallt von dort auf die Linie und springt nach vorne weg. Der Schiedsrichter allerdings entschied auf ein Tor, womit die Engländer 4:2 gewinnen und die neuen Weltmeister werden. Bis heute steht trotz vorhandenem Videomaterial nicht deutlich fest, ob der Ball wirklich im Tor gewesen war oder nicht.

Bereits seit dem Weltmeistersieg 1954 traten die Spieler immer in Fußballschuhen der Marke Adidas zu ihren Spielen an und nie kam es deswegen zu Protesten seitens der Spieler. 1970 änderte sich dies allerdings, als gleich 16 Spieler erklärten, dass sie lieber in Schuhen der Marke Puma spielen würden, da sie diese auch innerhalb ihrer Clubs erfolgreich benutzten. Der sogenannte „Schuhkrieg“ fand auch innerhalb der Presse viel Aufmerksamkeit und fand erst ein Ende, als der Verband mit finanziellen Anreizen zum Tragen ihrer Schuhe lockte – erfolgreich. Alle Spieler traten am Ende in Mexiko in den „Drei-Streifen-Tretern“ an.

Die Lieder der Empörung

Wer kennt sie nicht? Die Schlager der Vergangenheit von Helene Fischer und Co.? Oder die gar berühmtesten Lieder der gar unschönen Tradition des Weltmeistersongs? Mit Müller, Breitner, Beckenbauer und Co. begann diese Art der Schlager mit „Fußball ist unser Leben“ 1974. Dem Jahr des zweiten erfolgreichen Siegs im Finale der Weltmeisterschaft gegen die Niederlande und sorgte für einen wahren Skandal – Jahr für Jahr. Erst 1998 fand diese lieb gewonnene Tradition ein jähes Ende.

Top-Skandal bei der Weltmeisterschaft 1978 war neben der dürftigen Unterkunft, die – im Gegensatz zu den anderen Teams – in einer Einrichtung der argentinischen Luftwaffe bestand, der Besuch von Hand-Ulrich Rudel im Quartier der Nationalelf. Der ehemalige Fliegeroffizier und glühender Nationalsozialist war bereits 1948 in Südamerika untergetaucht und wurde sowohl vom Bundestrainer Helmut Schön, wie auch dem DFB-Präsidenten Hermann Neuberger herzlich empfangen. Beide lobten zudem seine „hervorragenden Leistungen“, was für große Empörung im Volk sorgte.

Das Monster und der „Suppenkasper“

Während bereits schon im Vorfeld mit dem Nichtangriffspakt mit Österreich ein Skandal auftrat, kam es im Halbfinale der WM 1982 in Spanien zu einem verheerenden Unfall, der für weit mehr Aufsehen sorgte. Torhüter Toni Schuhmacher begeht bei dem Versuch das Tor zu schützen, ein folgenschweres Faul am gegnerischen Stürmer Patrick Battiston. Dieser bricht sich bei der gefährlichen Aktion einen Halswirbel und verliert zwei Zähne. Als Schuhmacher anschließend auf diese Aktion angesprochen wird, zeigt er sich ziemlich kühl und erklärt wie nebenbei, ihm eben seine Jacketkronen bezahlen zu wollen. Seither ist er unter dem Alias „Monster von Sevilla“ bekannt und gefürchtet.

Wesentlich ruhiger verläuft es dafür beim folgenden Turnier 1986 in Mexiko. Dennoch sorgte auch hier einiges für ziemlichen Wirbel um die Nationalelf. Erstmalig war Franz Beckenbauer der Teamchef des Kaders, welchen er selbst als „letzten Schrott“ betitelte. Wie um seine Meinung zu bestätigen, setzte er den – nach seiner Meinung – besten Keeper der Welt, Uli Stein, nur auf die Bank, was dafür sorgte, dass er sich damit revanchierte und den „Kaiser“ einen „Suppenkasper“ schimpfte. Vor dem Viertelfinale gegen den Gastgeber Mexiko, durfte der gelangweilte Ersatztorhüter auch schließlich nach Hause, da er nicht mehr gebraucht wurde.

Strittiges Verhalten bei den Spielern

Fehlverhalten-xovilichterDas Achtelfinale 1990 in Mailand sorgte nicht nur in Deutschland für einen Skandal, sondern auch in den Niederlanden. Während dem Spiel spuckte der Niederländer Frank Rijkaard Rudi Völler nach einem Foul an und kurz darauf zeigt der Schiedsrichter beiden Spielern die rote Karte. Beim Gang zurück in die Kabine spuckt der Niederländer den deutschen Spielern erneut ins Haar und sorgte somit für eine aufkochende Rivalität der Nachbarn. Die beiden von der roten Karte betroffenen Spieler vertrugen sich später allerdings wieder und drehten sogar einen gemeinsamen Werbespot.

Schon frühzeitig sorgte Stefan Effenberg bei der Weltmeisterschaft 1994 für einen landesweiten Skandal und Empörung beim DFB-Präsident Egidius Braun. Aufgrund der Entscheidung des Bundestrainers Berti Vogts, ihn bereits im Vorrundenspiel gegen Südkorea auszuwechseln, reagierte Effenberg mit blanker Wut. Das Pfeifkonzert der eigenen Fans im Stadion quittierte er anschließend indem er ihnen den „Stinkefinger“ zeigte. Aufgrund dessen wurde er bereits am nächsten Tag nach Hause geschickt und beendete damit vorerst seine Nationalmannschaftskarriere.

Tobende Fans vandalieren in der Stadt

Bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich waren es erstmals nicht die Nationalspieler, die für einen gehörigen Skandal sorgten, sondern ihre wichtigsten Unterstützer. Deutsche Hoologans zogen nach dem Vorrundenspiel gegen Jugoslawien durch die Stadt Lens, wo sie auf den französischen Polizisten Daniel Nivel stießen und ihn zu Boden prügelten und immer wieder auf seinen Schädel eintraten. Mit schweren Verletzungen überlebte der zweifache Familienvater, erlitt allerdings schwere, lebenslange Behinderungen. Selbst der Bundeskanzler Helmut Kohl meldete sich nach dieser Tat zu Wort und nannte es „eine Schande für unser Land“. Deutschland schaffte es in diesem Turnier bis ins Viertelfinale, wo die Mannschaft Kroatien unterlag, allerdings ansonsten Skandalfrei blieb.

Auch während der nächsten Weltmeisterschaft verlief alles ziemlich ruhig und es ließ sich kaum ein Skandal in den Reihen der Deutschen finden. Wäre da nicht die Nominierung von Stürmer Carsten Jancker gewesen, welcher mit stolzen null Bundesliga-Toren mit zur WM konnte und mitspielen durfte, was den Reservisten Oliver Bierhoff zu öffentlich geäußertem Zorn trieb. Was viele überraschte und gleichermaßen wohl auch schockierte war die Tatsache, dass die Nationalmannschaft es mit dieser Spielweise tatsächlich ins Finale schaffte, dort allerdings Brasilien erlag.

Schlagende „Spielzeugsoldaten“

Im Jahr 2006, bei der WM in Deutschland, war die Zeit der auseinandersetzungsfreien Skandale vorbei. Ein italienischer Fernsehsender offenbarte, dass es im wilden Gerangel der beiden Mannschaften nach dem Viertelfinale gegen Argentinien zu einer kleinen Schlägerei kam, indem Torsten Frings den argentinischen Julio Cruz mit der Faust geschlagen haben soll. Aufgrund dieses Videobeweises wurde der deutsche Nationalspieler nachträglich noch gesperrt und bestraft. Im anschließenden Halbfinale verlor die deutsche Nationalelf ohne Frings an ihrer Seite – ausgerechnet gegen die italienische Mannschaft.

Auch in der WM vor vier Jahren waren die deutschen Nationalspieler unschuldig, was Skandale anging. Stattdessen aber erschien in der südafrikanischen Tageszeitung „Sowetan“ ein Artikel, indem der Autor, Kgomotso Mokoena, Bastian Schweinsteiger mit Adolf Hitler vergleicht. Den Rest des DFB-Teams nannte er, neben weiteren wüsten Beschimpfungen, eine Ansammlung „junger Spielzeugsoldaten“. Erst im Nachhinein entschuldigte er sich für seinen Artikel.

Nun, da die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien begonnen hat, sind wir natürlich gespannt wer als Sieger hervor gehen wird. Allerdings steht auch die Presse bereits in den Startlöchern und freut sich auf weitere skandalöse Auftritte, die wohl mit in die Geschichte eingehen werden. Ob die Xovilichter dem ganzen noch nachhelfen werden bleibt dabei noch abzuwarten.