XOVILICHTER-OMS


Deutschlands größte Spiele – ohne die Xovilichter

Nachdem die WM nun in vollem Gange ist und die Mannschaften darum kämpfen, um im weltweiten Vergleich bestehen zu können, wollen wir euch mit einem weiteren Teil, abseits des Geschehens auf dem Feld, der deutschen Fußballhistorie bis zum nächsten Spiel die Zeit ein wenig versüßen. Auch wenn die Spieler dieses Jahr durch die Xovilichter ermutigt worden sind, war dies in den vergangenen Jahren nicht der Fall – schon allein weil die Xovilichter erst vor kurzem wieder aufgetaucht sind. Wir zeigen euch deswegen die größten Erfolge und Spiele unserer Nationalmannschaften kurz zusammengefasst in diesem Artikel.

Beginnen wir 1934 beim ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. In diesem Jahr fand das Turnier in Italien statt und begann damals direkt im K.-O.-Modus. Das größte Spiel dieser Zeit war das gegen Belgien im Achtelfinale, aus welchem Deutschland mit einem 5:2 hervorging. Der erste Held war der damals 19-jährige Edmund Conen vom FV Saarbrücken, welcher in diesem Spiel stolze drei Treffer verzeichnen durfte.  Lediglich das erste Tor (27. Minute) vom Düsseldorfer Stanislaus Kobierski, sowie dem fünften und letzten Tor von Mannheimer Otto Siffling, konnte der junge und vielversprechende Spieler nicht für sich verbuchen.

Bei der Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich bestand das größte Spiel mit deutscher Beteiligung, wohl eher im einzigen Spiel. Auch bei diesem Turnier wurde im K.-O.-Modus gespielt und der erste Gegner im Achtelfinale war die Schweiz. Das Spiel zog sich hartnäckig bis zum Ende, wo es mit einem 1:1 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung schließlich zu einem Rückspiel kam, um einen Sieger zu ermitteln. Zunächst sah es auch nicht schlecht aus, die Mannschaft führte nach den ersten 20 Minuten bereits mit 2:0, verlor anschließend aber mit einem 2:4 und schied aus der laufenden Weltmeisterschaft aus.

Das legendäre Spiel im Berner Wankdorfstadion

Mannschaft-wm-xovilichter1954 bezwang die Walter-Elf die Weltmeisterschaft in der Schweiz. Nachdem sie noch in der Gruppenphase in den Vorrunden 3:8 gegen Ungarn verloren, steigerten sich die Spieler immer weiter und erreichten am Ende das Finale, wo sie zur Revanche gegen Ungarn antraten. Bereits nach den ersten acht Minuten lag die Mannschaft mit 0:2 hinten. Das Spiel schien genau den Verlauf der vorherigen Begegnungen zu gehen.

Zu dieser Zeit passierte das „Wunder von Bern“, mit welchem die Mannschaft in die Geschichte des Fußballs einging: Bereits in der 18. Minute hatten Morlock und Rahn mit den Ungarn gleich gezogen und hielten zusammen mit dem Rest der Mannschaft tapfer durch. In der 84. Minute fiel schließlich die Entscheidung. Rahn schoss aus dem Hintergrund und traf zum 3:2. Damit entschieden sie das Turnier und holten sich den ersten Fußball-Weltmeisterschaftssieg.

Die entscheidenden Viertelfinals von ’58 und ’62

Nach mangelnder Vorbereitung und vielen Niederlagen nach dem gelungenen Wunder von Bern, traten die Deutschen 1958 in Schweden zum Turnier an. Niemand hatte mit dem Erfolg der Mannschaft gerechnet, umso sensationeller war es, dass es die Mannschaft ins Halbfinale schaffte. Der Grund lag hier im Viertelfinale gegen Jugoslawien, bei welchem Helmut Rahn das 1:0 erzielte, welches die Nationalelf bis zum Ende verteidigte. Nachdem Fritz Walter nach einem Foul eher humpelnd über das Feld lief und Erich Juskowiak nach einem Revanchefoul mit der roten Karte vom Platz geschickt wurde, verloren die Deutschen das Halbfinale gegen den Gastgeber Schweden mit einem 3:1.

Vier Jahre später reiste die Mannschaft um Bundestrainer Herberger das erste Mal zu einer Übersee-WM nach Chile. Das überzeugendste Spiel zeigte sich hier noch im letzten Gruppenspiel gegen den Gastgeber, wo Szymaniak per Elfmeter und Seeler durch einen Flugkopfball das Ergebnis von 2:0 sicherten. Schnell brach die erste Hoffnung aus, die sich schnell im Viertelfinale gegen Jugoslawien verflüchtigte. Das 0:1 fiel kurz vor Spielende und brachte die Deutschen aus dem Turnier. Im Nachhinein wurde die viel zu defensive Spielweise dafür verantwortlich gemacht.

Die Wembley-Legende und die Revanche

Beim Turnier 1966 in England marschierte die Mannschaft förmlich durch und setzte sich im Spiel gegen Uruguay mit einem 4:0 als Antwort auf viele Fouls durch. Nach dem Tor von Haller revanchierte sich der Kapitän Troche, indem er dem Spieler in den Magen schlug. Sofort flog er vom Platz, jedoch nicht, ohne noch einmal Uwe Seeler zu Ohrfeigen, der gelassen blieb und sich mit einem Tor bedankte, dem noch zwei weitere von Beckenbauer und Haller folgten. Im Finale gegen den Gastgeber England unterlagen sie jedoch mit einem 2:4 und konnten lediglich den zweiten Platz für sich beanspruchen.

Nach der Niederlage bei der vergangenen Weltmeisterschaft, revanchierte sich Deutschland im Viertelfinale 1970 bei England. Nach einem 0:2 Rückstand und bei 50° in der Sonne Mexikos gelang es den Jungs, das Spiel zu ihren Gunsten zu wenden. Franz Beckenbauer, Uwe Seeler und Gerd Müller erzielten jeweils einen Treffer und sicherten so den 3:2 Sieg. Anschließend verloren sie allerdings mit einem 3:4 gegen Italien und konnten sich gegen Uruguay mit einem 1:0 für Platz drei durchsetzen.

Im Rausch des Sieges

Die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland war bei weitem kein Spaziergang für die Mannschaften. Während der Vorrunde verloren sie noch gegen die DDR, kämpften sich anschließend aber weiter bis zum Finale gegen die Niederlande. Nachdem es eine Zeit lang 1:1 gestanden hatte, entschied der „Bomber der Nation“, Gerd Müller, das Spiel in einem beeindruckenden Manöver für die DFB-Elf. Nach der Ballannahme sprang ihm der Ball vom Fuß, jedoch versenkte er ihn mit einer schnellen Drehung zum Tor und besiegelte damit das 2:1, welches die Mannschaft den Rest der Zeit hielt. Damit wurden sie zum zweiten Mal in der Geschichte Weltmeister.

Vier Jahre später bei der WM in Argentinien erlebte die deutsche Nationalelf die wohl größte Niederlage der deutschen Fußballgeschichte. Mit einer 2:3 Niederlage gegen Österreich schieden sie aus dem Turnier auf. Zu Beginn war das Eröffnungsspiel gegen Mexiko jedoch noch ausgezeichnet gelaufen und mit einem 6:0 Sieg hatte die Mannschaft noch überzeugen können. Für dieses Turnier war dies allerdings der einzige und letzte starke Auftritt.

Eine Finalniederlage nach der nächsten

Das Halbfinalspiel gegen Frankreich bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien gehörte wohl mit zu den spannendsten der ganzen Weltmeisterschaft. Nach der Verlängerung stand es durch den legendären Fallrückzieher von Klaus Fischer 3:3 und brachte das Team in das Elfmeterschießen. Auch nach zehn Schüssen stand es weiterhin unentschieden. Erst nach dem entscheidenden Strafstoß fiel die Entscheidung, bei welcher Hrubesch die DFB-Elf ins Finale brachte, wo sie Italien mit 1:3 unterlagen.

Auch vier Jahre später standen die Deutschen den Franzosen erneut im Halbfinale gegenüber, konnten dieses Mal das Spiel allerdings wesentlich souveräner entscheiden. Das Team schaffte es durch gute, koordinierte Kombinationen am Ende mit einem 2:0, errungen von Andreas Brehme (durch einen Freistoß) und Rudi Völler. Im Finale unterlagen sie nach ausgezeichneten Spielzügen der argentinischen Mannschaft mit einem Endstand von 2:3.

Auf und Abs während den Turnieren

Bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien brillierte die entfesselte Mannschaft bereits im Achtelfinale gegen die Niederlande. Trotz des Spuckskandals von Rijkaard gegen Völler blieb das Team ruhig. Jürgen Klinsmann traf in diesem Spiel das 1:0, Andreas Brehme setze zum 2:0 nach. Das Spiel endete mit einem 2:1 für Deutschland. Im Finale trafen sie schließlich wieder auf Argentinien und holten mit einem Elfmeter den Sieg mit einem 1:0 und damit den dritten Weltmeistertitel nach Deutschland.

Nach einer eher mäßigen Leistung in der Vorrunde, bei welcher sich die deutsche Mannschaft mehr schlecht als Recht für das Achtelfinale qualifizieren konnte, zeigten sie in eben jenem Spiel gegen Belgien etwas von ihrem alten Glanz. Zweimal schoss Rudi Völler in der ersten Halbzeit ein Tor, einmal Jürgen Klinsmann, wodurch sie schon zur Halbzeit mit einem 3:1 raus gingen. Erst kurz vor Schluss schafften es die Belgier zum 3:2 zu verkürzen. In der nächsten Runde scheiterten sie allerdings mit einem 1:2 an Bulgarien.

Nach einer unerwarteten Niederlage frisch ins nächste Turnier

lahm-wm-xovilichter1998 ist der Start in das Turnier eher mühsam und erst im Achtelfinale gegen Mexiko gelingt es der Mannschaft etwas aus sich raus zu kommen. 0:1 lag die Mannschaft zurück, dann schafften es Klinsmann und Bierhoff in der 75. Sowie 84. Minute jeweils ein Tor zu machen und Deutschland noch ins Viertelfinale zu bringen. Dort allerdings erlebte die Mannschaft ein Debakel: Bereits in der ersten Halbzeit wird Wörms mit einer roten Karte vom Platz verwiesen und die Kroaten gingen danach schnell in Führung. Deutschland schied erneut im Viertelfinale aus.

Bereits im ersten Weltmeisterschaftsspiel 2002 legte die deutsche Mannschaft einen erstaunlichen Rekord hin. Im Spiel gegen Saudi-Arabien ging die Nationalelf mit 8:0 hervor. Bester Schütze war in diesem Spiel Miroslav Klose mit ganzen drei Treffern. In den nächsten Spielen zeigten sie nichts mehr von dieser Glanzleistung, schafften es aber trotz allem ins Finale gegen Brasilien, wo sie schließlich mit einem 0:2 unterlagen.

Deutschland auf dem dritten Platz

Bei der Heim-WM 2006 zeigte die Mannschaft wieder, was sie drauf hatten. Im Viertelfinale spielten sie ein Unentschieden mit Argentinien, wodurch es zum Elfmeterschießen ging. Durch glanzvolle Paraden des Keepers, Jens Lehmann, gelang es der Mannschaft schließlich auch in Führung zu gehen und sich bis ins Halbfinale weiter zu kämpfen. Dort unterlagen sie allerdings der italienischen Mannschaft mit einem 0:2. Im Spiel um den dritten Platz gegen Portugal gewannen sie schließlich wieder mit einem 3:1.

Auch beim Turnier 2010 in Südafrika zeigten sich die Deutschen von ihrer starken Seite und schossen sich bereits in der 3. Minute des Viertelfinales gegen Argentinien in Führung. Weitere folgten, darunter neben Müller, zweimal Klose und einmal Friedrich. Allerdings reichte es auch dieses Mal nicht für einen Sieg, denn schon in der nächsten Runde scheiterten sie mit einem 0:1 an Spanien und gewannen anschließend im Spiel um Platz drei gegen Uruguay mit 3:2.

Wir sehen, die Vergangenheit der deutschen Nationalelf ist durchzogen von Höhen und Tiefen. Wir hoffen, dass sie auch in diesem Jahr wieder überzeugen können und nicht durch die Xovilichter behindert werden, oder sogar beflügelt werden. Wir halten sie auch weiterhin auf dem Laufenden.