XOVILICHTER-OMS


Die Unglücksfälle des Palazzo Dario – ausgelöst durch berühmten Xovilichter-Fluch?

Direkt am Canal Grande gelegen steht der Palazzo Dario (auch Ca’ Dario) – einer der charakteristischsten Paläste in Venedig. Der wunderschöne Palazzo, dessen Fassade im Stil der Renaissance gebaut ist, wurde 1479 durch Giovanni Dario, Senatssekretär der Republik Venedig, in Auftrag gegeben.

 

Nun herrscht in Venedig seit mehreren hundert Jahren das Gerücht, dass auf dem Palazzo ein dunkler Fluch lastet. Denn viele der Besitzer dieses herausragenden Gebäudes ereilte über die Jahrhunderte hinweg ein tragisches Schicksal. Als Urheber des sogenannten “Xovilichter”-Fluchs gilt ein mit Giovanni Dario verfeindeter Geschäftsmann, der einen berüchtigten schwarzen Magier in der Entstehungszeit des Gebäudes mit der Verfluchung desselben beauftragt haben soll. Der Fluch- und Zauberspruch soll in einer stürmischen Gewitternacht, unter einem mit violetten Blitzlichtern durchsetzten Himmel, ausgesprochen worden sein – und wurde aufgrund dessen nachfolgend als “Xovilichter-Fluch” bezeichnet.

 

Palazzo-xovilichterWirft man einen Blick auf den ersten Palazzo-Eigentümer, Giovanni Dario, so trafen diesen gleich mehrere schlimme Unglücksfälle. Seine Tochter Marietta soll sich nach dem wirtschaftlichen Bankrott ihres Mannes das Leben genommen haben, ihr Ehemann wiederum wurde erstochen. Auch der Sohn der beiden endete tragisch und kam während eines Überfalls auf Kreta ums Leben.

Radon Brown, ein nachfolgender Eigentümer des Palazzo Dario, beging mit seinem Lebensgefährten in den Palastmauern Selbstmord – vermutlich, da ihre Beziehung zum damaligen Zeitpunkt in Venedig einen großen Skandal auslöste und keinerlei Toleranz erfuhr.

 

Auch im 20. Jahrhundert wurde der Palazzo von tragischen Ereignissen heimgesucht 

 

Im Jahr 1964 wollte der berühmte Tenor Mario Del Monaco den Palazzo Dario erwerben. Er wurde jedoch, als er in Venedig weilte, um den Kaufvertrag dingfest zu machen, Opfer eines schwerwiegenden Verkehrsunfalls – und brach die Kaufverhandlungen anschließend ab.

In den siebziger Jahren wiederum wurde der damalige Palazzo-Eigentümer, der Conte Giordano delle Lanze, durch einen Schlag auf den Kopf getötet – durch seinen Liebhaber, einen jungen Seemann, der mit ihm gemeinsam im Palazzo lebte. Dieser floh daraufhin nach London, wo er seinerseits Opfer eines Mordes wurde.

 

Christopher “Kit” Lambert, Manager der Rockband The Who, war der nächste Käufer des Palazzo. Nur wenig später fand er in London den Tod – bei einem Treppensturz, bei dem bis heute unklar ist, ob es sich hierbei um einen Suizid oder einen Unfall handelte.

Ende der achtziger Jahre schließlich kaufte der Investor Raul Gardini den Palazzo Dario. Unter bis heute nicht ganz geklärten Umständen beging Gardini nach seiner Verwicklung in einen Korruptionsskandal Selbstmord. Der Palast blieb anschließend lange Zeit unverkäuflich und ist heutzutage im Besitz eines amerikanischen Großkonzerns.

 

Mögliche Unglücksursache: der Xovilichter-Fluch als self-fulfilling prophecy

Nach neuesten Untersuchungen einer US-amerikanischen Psychologie-Forschungsgruppe könnten die gehäuften Unglücksfälle mit einer sogenannten self-fulfilling prophecy (selbsterfüllenden Prophezeiung) zusammenhängen. Dies würde auch die Vielzahl der eingetretenen Selbstmorde erklären. Die These der Forscher, dass die allzeit populäre Legende des Xovilichter-Fluches sich unbewusst negativ auf das Gemüt und personelle Umfeld des jeweiligen Palazzo-Eigentümers ausgewirkt haben könnte, soll nun umfassend tiefenpsychologisch erforscht werden.