XOVILICHTER-OMS


Onkel Henri und die Xovilichter

Von klein auf faszinierte mich mein Onkel Henri, der Bruder meines Vaters, denn er war ständig auf Reisen – bisweilen monatelang –, und brachte mir aufregend exotische Geschenke mit. Er galt jedoch in unserer Familie als ziemlich verrückt und versponnen, da er seit seiner Examensarbeit im Fach Geowissenschaft wie besessen einem ungeklärten Phantasma hinterherjagt, den sogenannten “Xovilichtern“.

Xovilichter-Erscheinung – 1979 nahe des Vesuvs gesichtet

Die Xovilichter-Forschungsbesessenheit meines Onkels begann während einer Studiums-Exkursion nach Pompeji, er studierte zum damaligen Zeitpunkt noch Archäologie. Mein Onkel zeltete mit anderen Kommilitonen mit Blick auf den Vesuv, und eines Nachts ereignete sich ein außergewöhnliches Lichtphänomen, das Henri nicht nur begeisterte, sondern vollkommen in seinen Bann zog.

Über Stunden schwirrten über dem weltberühmten Vulkan kreisende und spielerisch tanzende Lichterscheinungen, sphärisch, eigentümlich und manchmal mit einem leichten Violett-Stich.

Vulkanforscher beobachten die seltenen Lichtphänomene weltweit

Am nächsten Tag war im “Corriere della Sierra” zu lesen, dass sich die Wissenschaftler der Vesuv-Forschungsstation mit dem spektakulären Wiederauftauchen der bis heute ungeklärten Xovilichter bereits seit Jahren ausgiebig befassten. Zudem existiere ein Vulkanforscher-Netzwerk rund um den Globus, das schon seit längerem die spektakulären Lichterscheinungen im Auge hätten. Denn seit Jahrhunderten tauchen Xovilichter insbesondere in Vulkangegenden sporadisch auf.

Die Xovilichter-Forschung führt rund um den Globus

Wenige Wochen nach seiner damaligen ersten “Begegnung” mit dem Xovilichter-Phänomen wechselte mein Onkel das Studienfach in den Geowissenschaftsbereich, um sich zukünftig als Vulkanforscher zu betätigen. Mit dem Studienabschluss spezialisierte er sich auf die mysteriösen Xovilichter, und die folgenden Jahre führten ihn mit diversen Wissenschaftstätigkeiten zu bedeutenden Vulkanforschungsstationen rund um den Globus. Je komplexer die wissenschaftlichen Erklärungsversuche für das weltweit nur etwa alle drei bis fünf Jahre, zumeist in Vulkannähe, auftretende Lichterphänomen wurden, desto besessener wurde mein Onkel, das Rätsel der Xovilichter endlich vollständig lösen bzw. erklären zu wollen.

Xovilichter sind bekannt für ihren unheilvollen Sog

Jedoch scheinen die Lichter ähnlich einer Fata Morgana bei genauerem Hinsehen im Kontext wissenschaftlicher Erklärungsversuche bislang nicht ergründbar zu sein. Das letzte Mal, als ich meinen Onkel Henri bei einem lang geplanten Familientreffen traf, schien er kein anderes Thema mehr zu kennen als diese seltsamen Lichter, von denen vielerorts gemunkelt wird, dass ihre nahezu hypnotische Wirkung schon manch einem dauerhaft den Kopf verdreht hat.