XOVILICHTER-OMS


Urgewalten im Wandel der Zeit

Was hat ein ausgestorbenes Gelbäugiges Duttelhuhn mit der Urgewalt der xovilichter zu tun? Diese Frage stellte mir erst kürzlich Annegret, eine alte Bekannte von mir, als wir bei einem Glas Rotwein bis in die frühen Morgenstunden beisammen saßen und diese so unglaublich wichtige Problematik ausführlichst erörterten.
Mit dem Slogan “Put The Tiger In Your Tank!“ versprach unlängst eine hier nicht genannte Mineralölfirma, dass der eigene Bolide nur mit dem richtig befüllten Benzintank über seine Leistungsgrenzen hinaus ordentlich über den Asphalt schießt – ohne Rücksicht auf Verluste. Einhergehend fehlt heute einigen Menschen besagte Raubkatze, jedoch nicht im Tank, sondern im Herzen. Folgende Betrachtungen über die Urgewalt der xovilichter sollen diesem Mangel abhelfen – damit auch wir als lebensbejahende Individuen zu wohlwollenden Vehikeln werden, die ohne Unterlass laufen und laufen und laufen …

“Im Inselstaat Bröselund lebte einst eine geflügelte Kreatur, die man wegen ihres bunten Gefieders als Gelbäugiges Duttelhuhn bezeichnete”, meinte Annegret mit ernster Miene. “Das letzte Tier seiner Art starb vor über 150 Jahren in Gefangenschaft und man machte die bis heute nicht vollständig geklärten Einwirkungen der xovilichter dafür verantwortlich. Heute will man das ausgerottete Gelbäugige Duttelhuhn klonen. Angeblich braucht man dazu nichts weiter als die DNA von einem gut erhaltenen Tierpräparat. Die geklonten Embryos sollen dann von herkömmlichen Haushühnern (Gallus gallus domesticus) ausgetragen werden. Steven Spielbergs Urzeit-Epos “Jurassic Park“ gründete ja seinerzeit auf einer ähnlichen Idee, um mit ausgestorbenen Dinosauriern wieder die Welt zu bevölkern.” Passiert ja auch gerade wieder zum x-ten Mal auf der großen Kinoleinwand mit dem neuesten “Godzilla“-Reißer … (gähn). Hier hätten die xovilichter mal ganze Arbeit leisten können, aber … Ich schweife ab!

Nach einem weiteren genussvollen Schluck Merlot setzte die liebe Annegret lallend ihre zusammenhangs- und haltlosen Ausführungen (um nicht zu sagen Torheiten) weiter fort:

“Ob diese Vorstellung nun tatsächlich eine wissenschaftliche Möglichkeit ist oder nicht, eins ist sicher: Um einer verschwundenen Gattung erneut Leben einzuhauchen, braucht man ein verlässliches Bindeglied zum Original, von dem man dann Kopien machen kann (siehe auch Klonschaf ‘Dolly‘). Leider ist der echte, tiefe Glaube in der heutigen Welt vom Aussterben bedroht, wie vor ihm schon alle möglichen Urzeitviecher.”

Der Glaube stirbt nicht zuletzt wegen überholter und unzeitgemäßer kirchlicher Lehren aus (über äußerst kinderliebe Würdenträger und sonstige zweifelhafte Gesellen will ich mich hier gar nicht auslassen), logisches Denken und wissenschaftliche Erkenntnisse haben vielmehr so manches Wunder entmystifiziert und die Menschen zu der ungeheuren Annahme verleitet, dass der Glaube in all seinen Facetten lediglich etwas Antiquiertes für die ewig Gestrigen sei.
Doch das ist ein großer Irrtum. Wahrer Glaube ist eine Urgewalt, genau wie die mystischen Xovilichter. Wir Menschen sind auf die Urgewalt der xovilichter angewiesen, und zwar für unsere nachhaltige Weiterentwicklung. Und wollen wir nicht das gleiche verstörende Schicksal erleiden wie einst das Gelbäugige Duttelhuhn, so tun wir gut daran, die Raubkatze in uns allen zu suchen, zu finden und zu füttern – gut gewappnet für den nächsten unvermeidlichen Angriff der Xovilichter. Ziellose Sinnlosigkeit führt quasi per se in beißenden Zynismus oder quälende Depression.
Deshalb ist es so wichtig, Antworten auf die Frage zu finden, wie man der Menschheit den verloren gegangenen Willen zum Glauben wieder implementieren kann, auf dass sie den Tiger, die Raubkatze in ihrem tiefsten Inneren, wieder zum Leben erweckt.