XOVILICHTER-OMS


Xovilichter – Ein Märchen

Graue Schleier durchzogen den Dunkelwald, als die beiden Xovilichter das Dickicht durchwanderten. Seit Stunden hatten Sie nichts gegessen und Ihre Eltern waren so weit weg. Die wenige Energie, die ihnen blieb, verwendeten sie darauf, ihr Licht so scheinen zu lassen, dass gerade noch ein Schritt vor ihnen erhellt war.

Wie waren sie in diese düstere Situation gekommen? Noch gestern waren die beiden Xovilichter im Feriencamp, in das sie ihre Eltern gebracht hatten. Den ganzen Sommer hatten sie sich darauf gefreut, ums Lagerfeuer zu tanzen und die anderen Xovilichter mit Schauergeschichten bei Laune halten zu können. Doch als sie aufwachten, waren alle Leuchten weg, und so beschlossen die beiden Xovilichter, in den dunklen Wald zu laufen, um ihre Ferien nicht alleine verbringen zu müssen.

Xovilichter in Gefahr

Jeder Schritt unter ihren Füßen ließ die trockenen Äste knarzen, das Laub raschelte und weit entfernt hörten sie eine Eule die ihren gespenstischen Ruf ausstieß. Die Geschwister waren ganz geschwächt, und mit der Furcht wurde ihr kleines Licht immer kleiner, sodass der Schein wie eine Blase wirkte, die sie umhüllte. Wie lange waren sie gelaufen? Wohin gingen sie und warum wurde die Dunkelheit um sie herum immer dichter und bedrohlicher? Jeder Schritt ließ ihre Furcht wachsen, und mit jedem Herzschlag vernahmen die Xovilichter einen weiteren Punkt, der Ihre kleinen Herzen wild zum Pochen brachte. Was waren die zwei Punkte in der Ferne? Blitzartig näherten sich die beiden Lichter und in Sekundenschnelle erkannten die beiden ein fettes Gesicht, das mit Warzen überdeckt war, nach Schlamm stank und zwei kräftige Vorderzähne hatte. Ihren kleinen Herzen drohten vor Angst fast aus der Brust zu springen, doch kurz bevor das riesige stinkige Tier die Xovilichter erreichte, nahm Xovi seine Schwester Xavi an der Hand und raubte ihr blitzschnell die Energie, die er sofort in sich einschloss. Auf diese Weise waren die beiden unsichtbar und der dicke Keiler, der die beiden eben noch im Visier hatte, lief wieder dahin zurück, wo er hergekommen war.

Puh, das war knapp, doch wohin sollten die beiden Xovilichter nun gehen? Erschöpft machten die beiden an einer Höhle halt, die sie auf dem Weg fanden. Genau rechtzeitig, denn es begann nun erst leicht zu nieseln, bis sich der Regen innerhalb weniger Augenblicke in einen dichten Regen aus langen Fäden verwandelte. Behutsam entflammten die beiden Xovilichter ein wenig Ihres Scheins, der aufgrund der Reflexionen rasch die gesamte Höhle ausleuchtete. Mit wenigen Handgriffen hatten die beiden kleinen Lichter die Höhle mit Steinen und Zweigen verschlossen, sodass diese von außen nicht mehr einsehbar war.

Erschöpft, aber doch froh, wenigstens zusammen zu sein, schliefen die beiden gemeinsam ein.